Meine schönsten Orten und Momente in Butjadingen
Das kleine Butjadingen hat seinen Gästen viel zu bieten: Angefangen vom Spaß- u. Erlebnisbad Aqua Mundo im Center Parcs und dem Friesenstrand in Tossens, dem Fischkutterhafen und Nationalparkhaus in Fedderwardersiel bis hin zur Nordseelagune und der Spielscheune in Burhave. Man kann mit der Fähre eine Tagestour von Eckwarderhörne nach Wilhelmshaven unternehmen und dort die vielen Museen der Maritimen Meile (Marinemuseum, Küstenmuseum, Aquarium u.a.) besuchen oder mit einem kleinen Fahrgastschiff, der Wega II, von Fedderwardersiel aus ins Wattenmeer aufbrechen. Auch lohnt sich ein Ausflug nach Bremerhaven mit seinen großen Museen (Schifffahrtsmuseum, Auswandererhaus, Klimahaus, Zoo u.a.), in den Tierpark Jaderberg oder den ehemaligen Künster- und heutigen Kur-Badeort Dangast (super Rhabarberkuchen im alternativen Künstler-Kulturhaus!). Außerdem ist Butjadingen Fahrradland, denn man kann wunderbar in der weiten, flachen Landschaft von Dorf zu Dorf oder direkt am Wasser entlang radeln (Verleihstellen in Tossens oder Burhave).
Vor allem aber locken die kleinen und größeren Strände und die langen Deiche an Nordsee und Jadebusen zum Verweilen, zum Baden, Spazierengehen und Wattwandern. Wie schön ist es doch, den Blick über die Weite des Meeres und die Bucht des Jadebusen schweifen zu lassen, das Wasser ständig in Bewegung und jeden Tag ganz anders zu erleben und sich vom Wind einmal kräftig durchpusten zu lassen.
Doch neben den beliebten Touristenzielen und dem großen Naturschauspiel der Nordsee gibt es für mich auch viele kleine Orte und Naturerlebnisse ganz in der Nähe, die ich gerne an meine Feriengäste als Anregung weitergeben möchte.
Da ist als Erstes der Garten auf der Wurt „Auf der Höchte“ zu nennen. Dank meiner Nachbarin, die das ganze Jahr über die Vögel füttert, und dank der vielen Bäume gibt es hier besonders viele Singvögel, die es zu beobachten lohnt. Besonders gerne aber beobachte ich in der Abenddämmerung die vielen Fledermäuse, die auf der Nahrungssuche über den Gärten ihre Kreise ziehen. In seltenen Fällen hört man auch mal ein Kauz bzw. eine Eule jammern und sieht sie lautlos vorbeirauschen. Bei Dunkelheit setzt dann im Frühsommer das Gequake der Frösche in den umliegenden Gräben ein – welch wunderbaren Geräusche. Doch wenn es dann still wird, ist es wirklich still, absolut still, so als wäre man irgendwo in einer einsamen Wüste – und nicht in einem beliebten Touristenanziehungspunkt der Nordsee.
Ein ganz besonderes, und zwar von besonderer Sehnsucht erfülltes Erlebnis ist für mich immer wieder die Ankunft der Gänse im Herbst, wenn sich der Himmel quasi verdunkelt durch die langen Reihen von hintereinander fliegenden Gänsen und die Luft erfüllt ist vom lauten Schreien und Schnattern der Vögel. Das Naturschauspiel der Gänse vollzieht sich den ganzen Winter über hier an der Küste. Besonders beliebt bei den Tieren scheinen auch die Wiesen zwischen Eckwarden und dem Deich zu sein, wenn sie dort dicht an dicht die Äcker besiedeln.
Eine weitere Lieblingstierart von mir sind die Schafe – und da bin ich wohl in der richtigen Region gelandet, denn die gibt es hier dank der langen Deiche zuhauf. Angeblich hat Butjadingen sogar die höchste Schafsdichte Deutschlands. Von ihrer schönsten Seite zeigt sich diese Tierart hier im Frühjahr, wenn die kleinen Lämmer über die Deiche hopsen und stürmisch an den Zitzen der Mütter saugen (mehr Wissenswertes in der Deichschäferei Feldhausen bei Langwarden).
Weitere Nutztiere, die man hier verstärkt antrifft, sind neben den Kühen auch die vielen Pferde, die die saftigen Wiesen hier bevölkern und manch einen Pferdehof zu Wohlstand bringen.
Ein schöner Ausguckort ganz in der Nähe von „der Höchte“ befindet sich in der neuen Siedlung hinter dem Haus. In der Biegung der Wilhelm-Koch-Straße wurde eine kleine Grünfläche mit ein paar Obstbäumen angelegt. Wenn man dann durch das Schlupfloch in der Hecke geht, findet man eine kleine Bank mit einem wunderschönen Blick auf die Wiesen, den Deich und evtl. einen fantastischen Sonnenuntergang.
Diesen kann man natürlich auch vom Deich aus über das Meer und den Jadebusen bestaunen. Der Spiekerweg führt direkt von „der Höchte“ zum Deich und dem kleinen Hafen von Eckwardersiel. Davor sind einige kleine Gewässer, die besonders in der Brutzeit von vielen verschiedenen Vögeln bevölkert werden. Geht man am befestigten Deich entlang Richtung Eckwarderhörne, findet man an den ins Wasser hineinführenden Buhnen kleine Sandstrände, nicht größer als mein Wohnzimmer, die man ganz für sich alleine haben kann – wo findet man das wohl sonst noch an der Nordsee? Allerdings sind diese Sandflecken nur bei Flut und mit genügend Phantasie als solche anzuerkennen, denn bei Ebbe gehen sie nahtlos in den Schlick des Wattenmeeres über. Man kann hier aber auch schon mit der Muschelsuche beginnen und findet sicherlich einige schöne Austernmuscheln.
Auch die alten, vor sich hin rottenden Hafenanlagen am Fähranleger von Eckwarderhörne (Bau Anfang, Stilllegung Ende 50er Jahre des 20.Jh.) finde ich sehr faszinierend, weil sie auf eine ganz andere Zeit hindeuten, als man noch mit dem Zug hierhin gelangen konnte und ein regelmäßiger Schiffsverkehr zwischen Eckwardenhörne und Wilhelmshaven bestand.
Am Ende dieses Küstenabschnittes liegt Eckwarderhörne mit seiner beliebten Strandhalle (und der besten Eisdiele weit und breit), dem bewachten kleinen Badestrand und dem weit ins Meer bzw. in die Meerenge des Jadebusen hinreichenden Flügeldeich. Wenn man dort am Ende der befestigten Buhne steht, hat man, je nach Wasserstand, das Gefühl, den Strömen und Gewalten des Meeres besonders nah zu sein, während andererseits die Hafenanlagen von Wilhelmshaven zum Greifen nahe erscheinen. Bei stürmischer See ist dies der Punkt, wo es am stürmischsten ist und man die Naturgewalt des Meeres am besten zu spüren bekommt. Kein Wunder also, dass es die Kite- und Windsurfer rund ums Jahr hierhin verschlägt, während man die Wogen an den Stränden von Tossens und Burhave nur belächeln kann …
Zurück ans Land, da gibt es noch ein paar Orte, die ich an dieser Stelle empfehlen möchte: Auf einer kleiner Tour übers Land durch die idyllischen Örtchen Süllwarden und Seeverns lässt es sich herrlich in einem Melkhus (= kleines, von Landfrauen selbst geführtes Cafe mit besonderen Milch-Erfrischungsprodukten) Rast machen. Ein weiteres Cafe mit angeschlossener Chocolaterie und herrlichem Schokokuchen befindet sich auf dem Kastanienhof in Mitteldeich, und gleich nebenan ein Baumklettergarten, um sich die Pfunde wieder abzutrainieren.
Das sind nur ein paar Anregungen, jeder wird das Butjadinger Land für sich alleine entdecken und auf seine Weise erleben müssen. Auch sind die Geschmäcker in puncto Jahreszeit sehr verschieden. Ich persönlich liebe besonders den Herbst und Winter an der Küste, weil es dann sehr ruhig hier ist und das Klima und die Natur besonders rauh und ursprünglich sind. (Außerdem wächst dann kein Unkraut und ich kann mich von Gartenarbeit erholen…) Wie schön ist es doch, warm und winddicht angezogen auf dem Deich entlang zu spazieren, die Nase in den Wind zu stecken und sich alle Sorgen aus dem Kopf blasen zu lassen. Naja, andere Leute haben da ganz andere Vorstellungen und liegen lieber bei einem angenehmen Lüftchen in der Sommersonne am Nordseestrand – während es andernorts in Deutschland vor lauter Hitze kaum auszuhalten ist.
Wie dem auch sei, ich wünsche meinen Feriengästen zu jeder Zeit einen angenehmen Aufenthalt „auf der Höchte“ in Eckwarden/ Butjadingen.
Theda Garnholz